Ukraine-Russland-Krise

Alexander Eydlin
Alexander Eydlin
Sterblichkeit in Mariupol laut örtlichen Behörden vervierfacht

In der besetzten ukrainischen Hafenstadt Mariupol hat sich die Zahl der auf natürliche Ursachen zurückzuführenden Todesfälle nach Angaben örtlicher Behörden stark erhöht. Sie habe sich im Vergleich zur Zeit vor dem Krieg vervierfacht, schrieb der Berater des Bürgermeisters, Pjotr Andrjuschtschenko, auf Telegram.

"Täglich sterben im Durchschnitt 25 Menschen. Das sind ungefähr 1.800 Menschen allein im Mai und Juni", heißt es in seiner Mitteilung. In den vergangenen Wochen hatte Mariupols ukrainische Exil-Stadtregierung mehrfach vor einer humanitären Katastrophe in der Stadt gewarnt. Es gebe auch Monate nach der vollständigen Eroberung der Stadt durch russische Truppen keinen ausreichenden Zugang zu Trinkwasser, Medikamenten und Strom.

Die Stadtverwaltung geht von mindestens 20.000 Menschen aus, die in mehreren Massengräbern nahe Mariupol vergraben seien. Die Angaben aus der weitgehend abgeschirmten Stadt können kaum unabhängig geprüft werden. Von den mehr als 400.000 Einwohnern vor dem Krieg befindet sich noch etwa ein Viertel in der Stadt. Ukrainische Behörden werfen den Besatzungstruppen vor, die Menschen in Mariupol festzuhalten.

Andrjuschtschenko verwies auf vom Sender Radyo Swoboda veröffentlichte Satellitenfotos, die ein Massengrab in der Siedlung Staryj Krim nahe der Stadt zeigen. Die letzte Aufnahme vom 29. Juni zeigt eine Verdopplung seiner Größe im Vergleich zu Anfang Mai. Das sei neben der gestiegenen Sterblichkeit auch auf die Entnahme von Leichen aus provisorischen Gräbern in der Stadt zurückzuführen, schrieb der Beamte.
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